Zu Weihnachten am Ritten: eine Zeitreise im Wanderhotel Regina
„Mein Dank” von Eugen Roth
Wer in die Dolomiten reist, Der kommt auch auf den Ritten meist.
In Südtirol war ich schon oft – Doch diesmal kam ich unverhofft [...].
Ich fühlte nach zwei Tagen schon Daheim mich in der Pension,
Wo unser Wirt so gut gekocht, Wie’s meine Frau kaum hätt vermocht
Und wo die Wirtin, lieb und jung, Das Haus so flüssig hielt in Schwung. [...]
Das schönste aber war der Tag – Den ich wohl nie vergessen mag –
An dem der Wirt, der noble Mann, [...] Uns früh hinauf zum Sella-Passe,
Wo wir beim wunderbarsten Wetter Und in Gesellschaft, wirklich netter –
Und somit doppelt wohlgelaunt, Das Dolomitenreich bestaunt Und,
manchmal mit verrenkten Hälsen Aufsähen zu den starren Felsen.
Dann brachte Louis uns heil zurück. Doch nicht nur für den Tag voll Glück –
Für alles, was man hier ihm bot, Sagt herzlich: „Danke!”
Zu Weihnachten offenbart Ihnen Ralf einen ganz besonderen Einblick in die Geschichte des Wanderhotels Regina. Diese herrlichen Zeilen stammen aus einem handgeschriebenen Brief von Eugen Roth, einem deutschen Lyriker, der im Oktober 1968 seinen Urlaub bei Ralfs Großeltern Trude und Luis Unterhofer verbrachte.
Ein Wintergast, der uns lehrte, was Weihnachten am Ritten bedeutet
Es war ein tief verschneiter Winter 1968, als ein Mann mit abgewetztem Koffer und einem Notizbuch das Hotel Regina betrat. „Ein Mensch geht durch die Welt”, murmelte er beim Einchecken. Trude und Luis Unterhofer erkannten ihn sofort: Es war Eugen Roth, der Meister der heiteren Verse, auf der Suche nach der Stille Oberbozens .
Er verbrachte seine Tage auf den verschneiten Pfaden des Ritten und seine Abende am warmen Kamin des Hotels. „Die Welt ist ein Theater”, sagte er einmal bei einem heißen Grog (eine Mischung aus heißem Wasser, Rum und Zucker), „aber hier oben, in diesem Weiß, lernt man, die Pointe im Schweigen zu finden.”
Der Heilige Abend in der gemütlichen Stube des Wanderhotels Regina ist bis heute unvergesslich. Im Schein der Kerzen, bei Speck und Wein, wurde der Dichter zum Mittelpunkt. Ein Weihnachten am Ritten, an dem Eugen Roth, ein bekannter Lyriker, uns lehrte, dass es zu dieser besinnlichen Zeit keinen Pomp (Prunk) braucht, sondern Herzlichkeit.
Bevor er abreiste, schenkte er die handgeschriebenen Zeilen an die liebevollen Gastgeber, als wäre es schon immer das Hausmotto: „Und im Schnee der Nacht, da flüstert's leis: Sei Mensch dem Menschen – das ist Weihnachtsweis'.“
Ein Haus, in dem Traditionen bewahrt werden
Fast 60 Jahre später bleiben Ruhe und Herzlichkeit gelebte Tradition im Wanderhotel Regina. Erleben Sie Weihnachten am Ritten so, wie einst Eugen Roth seine Tage verbrachte: als eine Insel im Himmel, fernab vom Lärm der Welt.